E-Tickets: Vom Telefon zum Stadium

Allianz Arena
Foto: Audi AG / Flickr (CC BY-ND 2.0)

Bequemer geht es nicht. Was in vielen Online-Industrien schon längst gang und gebe ist, wird jetzt langsam, aber sicher auch bei Fußballvereinen zum Treffer.

Der Kartenverkauf übers Mobiltelefon, der vor Jahren aufgrund von technischen Schwierigkeiten und möglichen zusätzlichen Kosten noch als Eigentor galt, wird bei immer mehr Bundesliga- und Zweitliga-Vereinen ins Programm aufgenommen.

16.000 elektronische Eintrittskarten hat zum Beispiel der 1. FC Köln in der Saison 2016/17 an die Fans gebracht – ein stattlicher Anteil von acht Prozent.

Auch Hannover 96 bietet schon den Kartenkauf per Handy in seinem Online-Shop an, und auch bei Mainz 06 können die Besucher die Tickets per Mobiltelefon kaufen, über eine App öffnen und mithilfe des QR-Codes die Drehkreuze ins Stadium passieren.

Waren Industriezweige wie die Gaming-Industrie dermal einst Vorreiter, was den Einsatz von Mobiltelefonen für kommerzielle Zwecke betrifft, wie zum Beispiel das online Spielen, ist die Sportwelt dabei, langsam aber sicher aufzuholen. In der Gaming Welt werden online Spiele immer beliebter, Gründe dafür sind zum Beispiel, dass die Spieler überall, zu jeder Zeit an jedem Ort zugänglich sind und man spielen kann  mit wem man will. Mit der gleichen Popularität sollen nun auch die E – Tickets den Markt erobern.

Die Vorteile für E-Tickets liegen auf der Hand. Zwar galten früher das stundenlange Warten bei Wind und Wetter vor den Kassen als Bestätigung für wahre Fans. Geteiltes Leid gehörte zum Fußball-Leben dazu. Dennoch mussten die Fans außer dem Zeitverlust und der Unbequemlichkeit auch vor Ort sein, oder jemanden vor Ort haben, was bei einem Job und einer Familie ab und zu ein großes Hindernis sein konnte.

Der Online-Verkauf von Tickets war der nächste Schritt. Damit konnten Fans zwar ortsungebunden am Computer ihre Eintrittskarten kaufen, aber Bearbeitungs- und Versandkosten machten den Spaß teurer. Dazu kommt, dass in der heutigen Welt, sehr auf den Umweltschutz geachtet wird und das Ausdrucken von Tickets eher dagegenwirkt.

E-Tickets auf dem Telefon sind also umweltfreundlicher und machen zudem auch den gesamten Prozess leichter. Die Benutzer haben weltweit Zugriff auf die Karten, haben freie Sitzplatzwahl und sind automatisch auf dem aktuellen Stand. Mit wenigen Tastendrücken sind die Karten erstanden (die ebenfalls per App an andere Leute weitergeleitet werden können).

Was dem 1. FC Köln und anderen Trendsettern recht ist, wird mehr und mehr Vereinen billig. Noch können Fans zwar nicht für jeden Club elektronische Tickets per Handy erwerben, aber die Zahl wächst.

Überhaupt soll ganz Deutschland in vielen Bereichen verstärkt aufs Mobiltelefon setzen, um im Alltagsleben zu navigieren, meint Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU). Er setzt auf elektronische Chipkarten nach dem Vorbild der Londoner Oyster-Card oder Handy-Apps fürs Bezahlen im Öffentlichen Nahverkehr. Das soll Bus und Bahn attraktiver gestalten und den Kauf von Papierfahrscheinen überflüssig machen.

Längerfristig schwebt dem Minister vor, dass per Karte oder App auch Leihwagen gemietet und Parkgebühren bezahlt werden können. Eine bessere Vernetzung durch deutschlandweite Mobilitätsplattformen, die überregionale Fahrgastinformationen verknüpfen ist eines seiner Ziele. Bundesweit fördert das Bundesverkehrsministerium 2017 und 2018 ein Dutzend Projekte, mit denen die digitale Zusammenarbeit von Verkehrsunternehmen verbessert werden soll. Investiert werden dafür rund 16 Millionen Euro.

Wie die Entwicklung aussieht, und ob die Fahrgäste sich mühelos von ihren papierenen Fahrscheinen verabschieden, wird sich noch zeigen.

Im Fußball jedenfalls sind die e-Tickets nicht aufzuhalten, wie 16.000 Köln-Fans bewiesen haben.

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